Frühlingslager „Guido Wälchli“ 07. – 11. 04. 2014

Jurafräs statt Anhängerrallye

Zugegeben, der Titel ist etwas überspitzt formuliert. Der Rückblick auf das Frühlingslager der Segelfluggruppe Birrfeld in der zweiten Aprilwoche auf ihrem Heimatflugplatz ist aber durchwegs positiv. Geflogen wurde an jedem Tag, wenn auch der regnerische Dienstag ausschliesslich für Umschulungen und Motoreinweisungen genutzt werden konnte. Es bleibt ein Gerücht, dass an Duodiskus und Fluglehrer am Abend Ansätze von Algen gesehen wurden. So bleibt die erfreuliche Feststellung, dass es Jahre gibt, die auch auf der Nordseite der Alpen schöne Flüge ermöglichen und eine Fahrt auf die Südseite erübrigen.

Die Idee, im Frühling ein "Refresher-Lager" im Birrfeld durchzuführen, stammt von Guido Wälchli, langjähriger Segelfluglehrer, Schlepppilot und beruflich an der Gewerbeschule in Zürich tätig gewesen. Er hatte die Aktivitäten der Fluggruppe der Gewerbeschüler jahrzehntelang mitgeprägt. Heute heisst diese Flugwoche ganz einfach "Wälchli-Lager". Vor wenigen Jahren haben sich die Fluggruppe Berufsschüler und die Segelfluggruppe Aarau zur Segelfluggruppe Birrfeld zusammengeschlossen. Das "Wälchlilager" war sozusagen eine Mitgift und findet regen Zuspruch auch nach der Fusion.

Lagerleiter Thuri Weidmann kon11nte am Montag, 7. April über 20 Teilnehmern zum Eröffnungsbriefing begrüssen. Für die ganze Woche hatte sich Christoph Heuberger als Fluglehrer zur Verfügung gestellt. Ihm zur Seite standen Simon Marquis und Fredi Schneider, ein Team, das sich in der Folge nicht über mangelnde Arbeit beklagen konnte. Waren nicht ausgedehnte Flüge dem Jura entlang oder Richtung Schwarzwald und Schwäbische Alb möglich, wurde die Zeit rege genutzt für Typeneinweisungen, Umschulungen, PAX-Erweiterung, Motor- und Aussenlandeeinweisungen. Am Dienstagabend liessen sich 15 Piloten in der EASA-Theorie unterweisen, Voraussetzung für die Umschreibung der Lizenz.

Hatte der Montag nur lokale Flüge zugelassen, der Dienstag für die Bewässerung des Platzes gesorgt, so war am Mittwoch das vom Lagermeteorologen angekündigte Rückseitenwetter da. Und es wurde genutzt: Die längsten Flüge, zuerst Richtung Westen, dann, nach kniffligem Wechsel über den Rhein Richtung Schwarzwald, erreichten knapp 500 km.

Am  Donnerstag reichte es für einige ausgedehntere Platzflüge. Auch der zu Besuch weilende Guido Wälchli kam in der ASH 25 in den Genuss eines Fluges dem ihm gut bekannten Jura entlang.

Einen schönen Abschluss fand das Lager am Freitag: Im OLC ist ein Jurafräs über 448 km bei 110 km/h zu finden.

Aufgefallen ist, dass die Tango-Zonen für den Südanflug auf Basel fast durchwegs aktiv waren. Ich frage mich, ob das teilweise rein prophylaktisch geschieht.

Davon abgesehen stand den Lagerteilnehmern eine ausgezeichnete Infrastruktur zur Verfügung:

- Die Fliegerschule Birrfeld sorgte dafür, dass immer 2 Schleppflugzeuge bereit standen

- Fluglehrer ermöglichten eine sinnvolle Aus- und Weiterbildung

- Bei Aussenlandungen besteht in einem Lager kein Rückholerproblem

- Die gegenseitige Hilfe bei Montage und Demontage war eine Selbstverständlichkeit und deshalb vorbildlich

 

Im Birrfeld ist während der ganzen Saison auch unter der Woche der Schlepp stets gewährleistet. Unter www.birrfeldglider kann man sich orientieren, wer sich schon alles für einen Schlepp eingeschrieben hat und sich selber für einen Schlepp anmelden.

 

Urs Brühlmeier